Zwischenruf oder: Was ich als Care-Autorin erwarten kann (und was nicht)

Einige Nächte habe ich mir vor der Bewerbung als Regionsschreiberin den Kopf zerbrochen, wie das gehen sollte – einfach aussteigen, vier Monate Präsenzpflicht und die Kinder müssen doch in die Schule, zum Sport, zur Logopädin, wollen essen, getröstet werden, brauchen jemanden, der ihnen zuhört, Mut zuspricht. Bevor ich die Bewerbung abschickte, las ich online ein Interview mit einem Autor aus dem vorigen Durchgang – dem einzigen von zehn Teilnehmern mit Kindern, so wie auch ich in diesem Jahr von zehn AutorInnen die einzige mit Kindern sein würde –, in dem er deutlich machte, dass er nicht die ganze Zeit vor Ort sein konnte, Familie eben. Dieser Text in meinem Kopf war die geistige Briefmarke, die ich auf meinen Antrag klebte. Doch als ich auf Versenden drückte, flatterte auch mein Mut mit dem knisternden Geräusch eines sich leerenden E-Mail-Ordners davon. Der Wunsch, doch wieder eine Absage zu bekommen, um nicht dieser ständigen Zerrissenheit ausgeliefert zu sein, war auf einmal sehr mächtig.
Nach der Zusage wurde die Organisation ein komplexes Gebäude aus vielen Etagen, der Traum davon, den Engel auszusperren, wurde in den Wind und auf Sand gebaut, ein mit neunzig Seiten vollgeschriebenes Heft, der Alltag meiner Kinder durchgetaktet vom Aufwachen bis zum Einschlafen, wer macht was und vor allem wann, ich hätte es genau gewusst, auf achthundert Kilometer Distanz, jeden Atemzug meiner Gören mit geschlossenen Augen und sogar ohne Wifi an Ort und Stelle benennen können, wenn nicht Corona gekommen wäre, das mein organisatorisches Kunstwerk wie ein Kartenhaus zusammenbrechen ließ.
Corona, und an Schule oder Betreuung war nicht mehr zu denken. Die Residenz wurde aber nicht abgesagt, der Aufenthalt verlängert. Sobald die Lockerungen kamen, habe ich die Kinder einfach mitgenommen. Auch andere SchreiberInnen waren in dieser liminalen Corona-Zeit nicht allein im Stipendium, Partner, Haustiere – AutorInnen haben eben nicht nur Stifte und Papier, sondern auch ihr ganzes Leben im Gepäck. Eine befreundete Stipendiatin musste für die Anwesenheit des Partners aus der eigenen Tasche zahlen, so auch ich für meine Kids. Offenbar gibt es (noch) keine Töpfe für Care-AutorInnen, offenbar hat man sich weiter oben (noch) keine Gedanken gemacht, dass auch AutorInnen einen Alltag haben mit Anhang und dem ganzen Gedöns. Dafür braucht es mehr als nur ein Zimmer mit Bett und Tisch.

Ich will …

1. weniger gestresst sein
2. mehr schreiben
3. den Kindern ausgeglichen begegnen
4. weiter so viel verdienen, dass unser 50/50-Modell funktioniert
5. den Kindern helfen, selbstständige, selbstbewusste und kritische Menschen zu werden
6. mehr lesen
7. politisch sein
8. viel schlafen und essen
9. mich mehr bewegen
10. alles dafür tun, dass meine Kinder nicht-sexistische und nicht-rassistische Männer werden
11. das Leben genießen
12. intelligent sein
13. dass mein Rasen grüner ist als der der Nachbarn
14. mich und meine Texte nicht so oft mit anderen vergleichen
15. den Vater meiner Kinder weiter lieben, möglichst für immer
16. Bewertungen von außen und Kritik weniger an mich herankommen lassen
17. gut aussehen
18. eine gute Freundin sein

Korrespondenzen

E-Mail von A an mich:
Hey, kannst du versuchen, bis nächsten Mittwoch (übermorgen) die drei kurzen Texte durchzusehen? Es geht ganz schnell.

E-Mail von B an mich:
Habe ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass du grad echt viel zu tun hast (willst ja selbst endlich ins Schreiben kommen), aber: Der Freund von X hat einen neuen Job als Übersetzer angefangen (aus dem Deutschen ins Englische) und mir fällst wirklich nur du ein als Hilfe für ihn. Nur so ein kurzer Essay, damit es im Gröbsten stimmt. Ich selbst trau mir das nicht zu – denkst du, du kannst das irgendwie zwischendurch unterbringen?

E-Mail von C an mich:
Viiiiieeeeeeeelen Daaaaank! Unglaublich, ist richtig toll geworden. Du bist die Einzige, die die Kommaregeln echt verstanden hat! Danke! PS: Ah, und übrigens hatte D doch keine Läuse, sondern Sonnenbrand. In der Kita sind grad eher Magenwürmer der „Trend“, haha.

Schreiben vom Jobcenter an unsere Bedarfsgemeinschaft:
Nach den vorläufigen Entscheidungen vom dd.mm.yyyy ergeht nunmehr eine abschließende Entscheidung. In folgenden Punkten bin ich von Ihren Angaben abgewichen:
Frau Ivanova:
(…)
Sie haben wie folgt Leistungen erhalten, ohne dass hierauf ein Anspruch bestand:
(…) ist die Differenz zu erstatten.

Brief von mir an Y:
Ich kann mich echt nicht beschweren. Etwas Neues (mit Bezahlung!! SV-pflichtig!) ist in Sicht, mit Menschen, die ich erst kennenlerne, die mir aber sehr sympathisch sind (du siehst mich auf Holz klopfen: Toi, toi, toi!). Übrigens, weißt du, dass man sich auf „Toi, toi, toi!“ nicht bedanken darf? Bringt Unglück. Nur so, zu deiner Info. Ich erzähle mehr, wenn es ganz in trocknen Tüchern ist, ja? Dann ruf ich dich auch mal an. Obwohl, Briefe sind der eigentliche Luxus des Lebens, denn sie sind wirklich zeitrationell nicht zu verkraften. Du siehst, wie wichtig du mir bist!
Und ansonsten steht mir Anke Stelling vor Augen. Bei ihr sind die Produktionsbedingungen (die Kinder, die Vergangenheit) Teil der Literatur, die sie nur so produziert. Sie übertreibt es nicht mit verrückten Formbrüchen (nicht wie ich, als ich damals einen Text aus lauter unterbrochenen Gedankensätzen einreichen wollte), sondern nimmt die Spannung der Zerreißprobe in ihr Werk. Aber dadurch wird sie vermutlich noch lange „die mit dem Mutterschaftsthema“ sein, und darauf hab ich nun gar keine Lust (abgesehen davon, durch Stelling wäre dieser Platz auch besetzt).
Nun gut. Fischsuppe mit Nudeln muss herbei. Entschuldige, dass ich so viel rumstreichen und ergänzen musste, vor allem die Klammern; aber sonst wäre ich nie fertig geworden. Also: Ciao! Warte auf Antwort.

Manchmal

Manchmal, im Halbschlaf kurz vor dem Aufwachen, träume ich von einem langen Spaziergang am Ostseestrand, durch Kiefernwälder aufs Meer zu, der derbe Geruch nach Angeschwemmten in der Luft, Wind, Wellen; manchmal träume ich von einer Wanderung im hessischen Hinterland, von einem Spaziergang entlang der morgendlichen Elbe, träume davon, einfach nur so dazusitzen und die Gedanken schweifen zu lassen, träume von Zeit im Überfluss, Zeit in Einweckgläsern, Zeit in rauschenden Baumwipfeln; träume davon, Tage verstreichen zu lassen, einfach so.
Aber ich habe diese Zeit nicht, nicht am Ostseestrand, nicht im hessischen Hinterland, nicht an der Elbe. Ich würde sie gerne in Anspruch nehmen, denn sie wird ja angeboten, landauf, landab, zu fast jeder Jahreszeit, in fast jeder Region. Stadtschreiber, Turmbewohner, Elbspaziergänger, einen Monat, drei Monate, sechs Monate. Sie wird mir wie eine Karotte an der Angel vorgehalten, und manchmal, obwohl sinnlos, schnappe ich danach. Ganz kurz. Für mich, Vater zwischen Brotjob, Schreiben und Sorgearbeit, gibt es keine Spaziergänge und Wanderungen, für mich werden die kleinen Wohnungen nicht zurecht gemacht, wird der Schreibtisch nicht ans Fenster gerückt.
Zwei Monate, drei Monate, sechs Monate. Das sind utopische Zeiträume, traumhaft schön, aber sie sträuben sich mit Händen und Füßen gegen mich. Schon längst ist mir klar, dass die Ausschreibungstexte und Ankündigungen mich nicht meinen, obwohl sie so tun; die baumelnde Karotte vor meiner Nase. Unmöglich, einfach für ein paar Monate von der Bildfläche zu verschwinden, die Sachen zu packen und rauszufahren, ans Meer, an die Elbe, ins hessische Hinterland.
Warum, frage ich mich, warum könnte es nicht auch nur mal eine Woche sein? Oder ein verlängertes Wochenende? Oder die vier Wochenenden in einem Monat? Warum macht sich da niemand Gedanken? Ist es zu aufwändig, zu mühselig, sich jetzt auch noch den Autor*innen zuzuwenden, die neben dem Schreiben Sorgearbeit leisten? Ich wäre froh und glücklich über die Möglichkeit, auch nur für ein paar Tage an die Elbe zu können, es würde mir ein kleinwenig Raum geben, Raum, um Gedanken wachsen zu lassen, um erste Worte zu schreiben.
Manchmal träume ich im Halbschlaf von der Ostsee oder der Elbe. Von einem kurzen Spaziergang und davon, wie es wäre, mal wieder ein bisschen Zeit geschenkt zu bekommen.

Das Kind geht …

… wieder in die Kita. Das Kind geht schon seit einer Weile wieder in die Kita. Und was passiert? Ich vermisse die intensiven Stunden, die wir jeden Tag miteinander verbracht haben. Und ich komme kaum besser mit der Arbeit voran – immer noch habe ich das Gefühl, dass die Zeit nicht reicht. Also muss ich mich doch einmal fragen, WAS das eigentlich ist, das da nicht reicht.
KONZENTRATION. Mein Gehirn schreibt das Wort in Großbuchstaben an meine innere Wand.
Mit dem Kind zusammen zu sein und einen Roman zu schreiben, das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Gemeinsam ist beiden Zuständen, dass sie nur gelingen, solange ich präsent bin. Ich meine das im buddhistischen Sinne: solange ich mich ganz auf eine Sache, auf den aktuellen Moment konzentriere.
Ich kann nicht gut schreiben, wenn ich zwischendurch darüber nachdenke, wo ich schwarzen, lichtdichten Stoff herbekomme – das Kind braucht neue Vorhänge, weil es morgens um halb sechs aufsteht, wenn die Sonne in sein Zimmer scheint.
Ich bin keine gute Mutter, wenn ich, während ich mit der Lego-Feuerwehr einen Großbrand löschen soll, an die Arbeit denke, die schon wieder stagniert.
Es muss doch beides gehen, denke ich.
Da schreibt mein Gehirn ein zweites Großbuchstaben-Wort unter das erste. ANSPRUCH.
Mir fällt der Tag ein, an dem ich den Führerschein gemacht habe, der Prüfer, der zu mir sagte: Sie können Autofahren. Ihr Problem ist, dass Sie, wenn Sie einen Fehler machen, noch ewig darüber nachdenken.
Dieser Mann, der mich überhaupt nicht kannte, hat mich besser erkannt als viele meiner Freunde. Ich fokussiere nicht auf das, was gelingt, sondern auf Fehler. Ich bin fast nie zufrieden. Ich bin nicht zufrieden damit, was für eine Mutter ich bin, ich bin nicht zufrieden mit dem Text, den ich schreibe.
Beim Autofahren habe ich das gelöst: Ich fahre heute kein Auto mehr. Nur möchte und kann ich weder mit dem Mutter-Sein noch mit dem Schreiben einfach aufhören.
Es muss doch beides gehen, denke ich. Ich habe diese Diskussion oft geführt, bei der es dann heißt, man müsse Prioritäten setzen, nicht eines aufgeben, aber doch eines über das andere stellen.
Wenn ich hier weiterdenke, ist die Gewichtung natürlich klar. Das Kind ist ein Mensch und das Buch nur ein Buch. Und da ich so gern über meine Fehler nachdenke: Die Fehler, die ich als Mutter mache, wirken sich aus. Wenn ich nicht höllisch aufpasse, sitzt das Kind später mal genauso bekloppt im Fahrschulauto und bekommt einen Nervenzusammenbruch, weil es nicht einparken kann.
Es ist nur ein Buch, sage ich mir. Versuchsweise schreibe ich auch diesen Satz an die Wand.
Warum funktioniert es nicht? Warum geht das Schreiben – bei mir, in meinem ganz speziellen kleinen Leben – nicht nebenbei, genauso wenig wie ich nebenbei Mutter sein kann? Einer der Fehler, auf die ich mich gern fokussiere, ist genau das: dass ich früher geglaubt habe, ich würde nebenbei schreiben. Heute weiß ich: Das habe ich nicht. Ich war unproduktiv, ich war unprofessionell, ich habe gejammert und gezweifelt – aber das Schreiben war, ohne dass es mir bewusst gewesen wäre, viele Jahre das unangefochten Wichtigste in meinem Kopf und an allen inneren Wänden.
Das kann es nicht mehr sein, das soll es nicht mehr sein. Es muss doch beides gehen, denke ich. Ich versuche es weiter.

Vorhin lag ich …

… mit meinem Kind auf dem selbstgezimmerten Sofa, das Ipad auf dem Schoß, weil uns aufgefallen war, dass wir schon sehr lange keinen Sandmann mehr geguckt hatten; also suchten wir zwei alten Nostalgiker uns eine Folge auf Youtube raus. Es ging um Pittiplatsch, der Schnatterinchens Puppenwagen in die Regentonne gestoßen hatte; nun hatte er Angst, dass sie sauer wäre und ihn vollmeckern würde. Was macht der schlaue Kobold da? Er erweckt mit einem Zauberspruch seinen Schatten zum Leben und schickt ihn vor, damit er für ihn geradestehen muss. Der Schatten ist aber von ganz anderem Gemüt als Pittiplatsch. Er entschuldigt sich, dass er so unachtsam drauflos gespielt hat, und kann sich auch nicht erklären, wieso er ausgerechnet mit ihrem Wagen Fischerboot spielen wollte. Schnatterinchen ist ganz überrascht von diesem ehrlichen, gutmütigen Pitti, verzeiht ihm, und gemeinsam stellen sie den Wagen in die Sonne, auf dass er schnell trockne.
Als die Gefahr für den echten Pitti vorüber ist, kommt er aus seinem Versteck und will wieder seinen Platz bei seiner lieben Freundin einnehmen. Wie macht er das? Er schubst seinen Schatten einfach zur Seite. Da geht dann Schnatterinchen dazwischen und vertreibt den echten, hinterhältigen Pitti, über den sie nur den Kopf schütteln kann, vom Hof.
Da geschieht nun aber etwas Komisches. Der Schatten, der ja von Pitti befreit wurde, rennt trotzdem seinem ursprünglichen Besitzer hinterher. Pitti ergreift seine Chance, sagt ein Sprüchlein auf, pfeift laut, und schon versinkt der Schattenpitti wieder im Erdreich.
Der alte Pitti ist zurück.
(Und was sonst hätte er auch tun sollen? Seinen Platz im Leben an diese bessere Version seiner selbst abtreten?)
Was das Sandmännchen von dieser Geschichte wohl halten mochte? Es winkte freundlich und ließ uns seinen Sand in die Augen wehen.
Vielleicht war mir einfach langweilig, als ich noch ein paar Minuten im Dunkeln bei meinem Kind lag; es hielt meinen Daumen umklammert, um mich nicht wegzulassen. Ich habe jedenfalls versucht, mich in Pittiplatsch hineinzuversetzen. Würde ich, wenn es eine bessere Version von mir gäbe, die sicherlich denkbar wäre, meinen Platz an diese abtreten? Ihn einem sehr viel engagierteren, produktiveren, großherzigeren und viel besser gelaunten Schattenlorenz überlassen? So schlecht bin ich nun auch wieder nicht, versuchte ich mich herauszureden, denn natürlich würde ich komme-was-wolle mein Leben führen wollen. Andererseits verzichtete ich ja doch ein wenig auf mein Leben, wenn ich im Dunkeln beim Kind lag, und es gibt ja diese große Hoffnung von Eltern, dass die Kinder eben jene fähigeren Versionen ihrer unfähigen Elterngeneration werden könnten, versuchte ich mich wiederum rauszureden. Denn was ich hier tat, im Dunklen beim Kind wachliegen, das war ja schon mein großartiges Leben, auf das ich in keinem Fall verzichten wollte, so langweilig und zäh es sich mitunter auch anfühlte. Ich wollte ja überhaupt nichts anderes tun, nur deshalb lag ich immer noch neben meinem längst schlafenden Kind. Ich wollte gar nicht raus aus seinem Zimmer, um über ein paar müden Zeilen zu brüten oder Zeitungsartikel über den desaströsen Zustand unserer Welt zu überfliegen, ich wollte weder aktuelle Neuerscheinungen noch altbewährte Klassiker lesen, keine zur Zeit erfolgreiche Serie gucken, keine Emails schreiben, nicht telefonieren, nichts erledigen, ich wollte einfach im Dunkeln wachliegen, neben diesem Menschen, dem ich mickriger Pittiplatsch eine ganze Welt bedeutete.
Irgendwann weckte mich eine Hand, die sanft gegen meine Schulter stieß, und ich hörte, wie ich flüsternd gerufen wurde: Komm jetzt, los!

von schreien zu schreiben

feuchtigkeit zwischen den beinen splitterbruch im kleinen finger
mit dem man erledigt was keines aufhebens wert diese liebe steht
und fällt in pastellerwartungshaltungen verstärkt farbgebung die stimmung
im handlungsbogen darf ich sprechen oder schweigen der unterschied
verwäscht perpetua mobilia schwimmende farbwechsel
von schreien zu schreiben ich als chamäleontarnfarbener geheimtipp
den es noch zu entdecken gilt ich im trainingsanzug beim waldlauf mit anspruch
auf vollständigkeit unversehrtheit den zeitgeist im nacken ich als piktogramm
handlungsanweisung haustierfrau nicht auf gedanken ideen kommen
es könne anders sein als muttermuttertier ich als bezaubernde
vermeidungsstrategie ich mit dem selbstbewusstsein einer assgebleachten
königin ich als spitze der gesellschaft ich als brutales ödland
ich als penetration in malerischer labiamajoralandschaft lebensgroß
als versöhnung als gefahr oder kontrollparadigma ich als geschichte in der
geschichte ich als weiß der popupinupschablone ich als aktuelle generation
ich als final girl ich als position einer vielseitigen leerstelle
ich als vorstellung vom rande europas
ich als momentaufnahme im augenwinkel
ich als geräusch
von schreien zu schreiben

(Auszug aus „Protokolle der Gegenwart“, Verlagshaus Berlin, 2019)