Lektüre

Essays

Kim Brooks (2016): A Portrait of the Artist As a Young Mom. In: The Cut, April 2016. 🔗
Leicht zugänglicher englischsprachiger Essay über die Unvereinbarkeit zwischen der täglichen Text- und Sorgearbeit. Obwohl Kim Brooks‘ zentrale These („The point of art is to unsettle, to question, to disturb what is comfortable and safe. And that shouldn’t be anyone’s goal as a parent.“) nicht unbedingt zutreffen mag, enthält ihr Text doch viele Einsichten über den Alltag von Autor*innen mit Kindern, außerdem zahlreiche Zitate von schreibenden Eltern aus den vergangenen drei Jahrhunderten sowie einen Überblick über aktuelle englischsprachige Romane, die sie der „literature of domestic ambivalence“ zuordnet.

Rufi Thorpe (2016): Mother, Writer, Monster, Maid. In: Vela, Juni 2016. 🔗
Englischsprachiger Essay über den Wunsch, sowohl eine gute Autorin als auch eine gute Mutter zu sein, und über die Verzweiflung darüber, dass das (derzeit) unmöglich ist. Vielleicht hinterfragt Rufi Thorpe den Geniemythos nicht genug, dafür gibt sie einen umfassenden Überblick über die Debatte zu Autor*innenschaft und Elternschaft im englischsprachigen Raum und erklärt, warum schreibende Mütter und Väter nicht auf Elefantenjagd gehen müssen.

Dagmara Kraus (2016): „… grammatickt mamal aus …“ Notizen zu Poesie und Mutterschaft anlässlich der Übersetzung Joanna Muellers. In: Merkur 808, 09/2016.
Essay zu Poesie und Mutterschaft (und zum Übersetzen). Meistzitierter Satz dieses Essays: „Die wenigsten Dichterinnen haben die Mutterschaft als Dichterinnen auch überstanden, behaupte ich.“ So negativ, wie es hier wirkt, ist Kraus‘ Bilanz aber gar nicht. An anderer Stelle bringt sie mehrere Beispiele gelingender künstlerischer Auseinandersetzungen zeitgenössischer Dichterinnen mit (ihrer) Mutterschaft, u. a. von der titelgebenden polnischen Lyrikerin Joanna Mueller. Lieblingssatz: „Irgendwo dazwischen hat die Doesie (die Dösie mit saugendem Kind an der Brust) die Poesie abgelöst.“

Laura Vogt (2017–2020): Kind schaukeln. Schreiben. In: Literaturzeitschrift Literarischer Monat.  🔗
Kolumne zum Thema Autorinnenschaft und Mutterschaft. Einmal im Quartal berichtet Vogt aus ihrem Leben als Autorin, Leserin, Mutter. „Ein Text wird in mir heranwachsen, von den Themen, die mich beschäftigen, wie von einer Plazenta versorgt.“

Sonja Hartl (2019): Manchmal verwechsle ich meine Bücher und meine Kinder. In: Deutschlandfunk Kultur, 19.07.19. 🔗
Feature über den Topos der bösen Stiefmutter und der kalten Mutter, über die Entscheidung für oder gegen ein Kind und über die Lebens- und Arbeitsbedingungen von schreibenden Müttern. Zahlreiche Lektürehinweise, Textauszüge und O-Töne, zum Beispiel von Anke Stelling: „Im Rückblick bin ich teilweise über mich selbst erschrocken, wie lange ich gebraucht habe, um […] einen Raum zu beanspruchen, eine Perspektive zu beanspruchen.“

Sandra Gugić (2020): Blut, Milch, digitale Tinte. In: Zeit Online vom 26.01.20.  🔗
Artikel zu Schreiben und Mutterschaft/Elternschaft. Klar, gesellschaftskritisch und humorvoll berichtet Gugić davon, wie es ist, als Autorin ein Kind zu bekommen und zu versorgen.

Jennifer Sprodowsky (2020): Zwischen Kind und Text – Schreibende Eltern im Literaturbetrieb. In: 54books – Feuilleton im Internet vom 29.10.20. 🔗
Grundlegender Essay über Autor*innenschaft und Elternschaft, beginnend bei Marcel Reich-Ranicks berühmt-traurigem Satz. Jennifer Sprodowsky stellt Bücher zum Thema vor, hinterfragt Autor*innenklischees und zieht folgende hoffnungsvolle und mutmachende (vorläufige) Bilanz: „Wenn Autor*innen über Elternschaft schreiben und darüber, was diese Elternschaft für ihr eigenes Schreiben bedeutet, kann es nicht darum gehen, in festgefahrenen Erzählmustern zu verbleiben, sondern es muss darum gehen, neue Erzählwege einzuschlagen.“

Writing with Care/Writing with Rage (2020): Fragment eins. In: Edit 81. Herbst 2020.
Kollektiver, vielstimmiger Text über die vermeintliche Unvereinbarkeit von Schreiben und Care-Arbeit in all ihren Facetten, über das Frausein im 21. Jahrhundert und im Literaturbetrieb, über Geburten, über Müdigkeit und Wut. „Seit das Kind da ist und schon davor, seit der Schwangerschaft, schreibe ich anders, ich schreibe, als ginge es um mein Leben. Und es geht um mein Leben. Es geht um mein Leben.“

Romane

Jenny Offill (2014): Amt für Mutmaßungen. Roman. DVA.
„Jahrelang klebte oberhalb meines Schreibtischs eine Haftnotiz. Arbeit statt Liebe!, stand darauf. Das hielt ich für eine solidere Basis des Glücks.“ Diese Basis ändert sich, als die Erzählerin eine Tochter bekommt und die Arbeit am zweiten Buch immer weiter in die Ferne rückt. Die klassische Rollenverteilung wird in diesem Roman unreflektiert reproduziert, das Bild des Autorengenies (hier: Kunstegomane) glücklicherweise nicht – dieses Bild wird mit vielen Zitaten, klugen Beobachtungen, pointierten Dialogen und formalen Spielereien aufgebrochen. Die hoffnungsfrohe (?) Conclusio: „Ich unterrichte tadellos, aber in letzter Zeit habe ich schmutzige Fenster.“

Anke Stelling (2015): Bodentiefe Fenster. Roman. Verbrecher Verlag.
Roman über Mutterschaft, Tochterschaft, Freiberuflichkeit. Geschichte eines Scheiterns … an den eigenen hohen Ansprüchen, dem Vereinbaren von Fürsorge und Autorinnenschaft (hier: journalistischer), dem Versuch, es besser zu machen als die eigenen Eltern.

Simone Hirth (2020): Das Loch. Roman. Kremayr & Scheriau.
Was kann Madonna über Mutterschaft und künstlerische Arbeit sagen? Was hat der österreichische Kanzler dazu beizutragen, was Mohammed oder Jesus, ein Murmeltier oder ein Frosch? Simone Hirths Protagonistin – Autorin und Mutter eines kleinen Kindes – weiß es auch nicht, aber sie hat keine Scheu, sich in kurzen und langen, in tragischen und komischen Briefen danach zu erkundigen. Dabei wird sie immer wieder unterbrochen: „Sohn weint.“ Dieser Briefroman legt Widersprüche offen, nicht nur im Leben schreibender Eltern. Und er bringt zum Lachen.

Laura Vogt (2020): Was uns betrifft. Roman. Zytglogge.
Als die Musikerin Rahel schwanger wird, zögert sie kaum: „Kind und Bühne waren Antonyme, das schien ihr ganz klar. Entweder-oder. Und das Kind hatte bereits für sie entschieden.“ Mit absoluter Hingabe widmet Rahel sich dem Baby und ihrer neuen Rolle als Mutter. Aber auf den Sohn folgt ein zweites Kind, und dass sie diesmal ein Mädchen zur Welt bringt, lässt Rahel aus dem Tritt geraten. Denn da ist die ambivalente Beziehung zu ihrer Mutter, zu ihrer Schwester Fenna, zum abwesenden Vater. Und was ist eigentlich mit der Musik? Steht sie wirklich in so krassem Gegensatz zu ihrer Mutterschaft? Langsam findet Rahel ins Leben zurück, und dabei helfen ihr nicht nur die Noten, sondern auch das Schreiben: „Tochter, Ton, Tochter, Ton; ich falle / vor mir der halbierte Körper, in jeder Hälfte stecken Noten, die nicht klingen. / Da liege ich nun, verstreut in meinen Kindern.“

Mieko Kawakami (2020): Brüste und Eier. Roman. Dumont.
„Die wirklich großen Schriftsteller scheren sich um niemanden, nicht um Frauen, nicht um Männer, nicht um Kinder. Für so etwas wie Kinder haben sie gar keinen Kopf. Sie leben im Bann ihres Talents und ihrer Geschichten.“ Das sagt die Lektorin von Natsuko. Natsuko ist Autorin und alleinstehend – und sie möchte sich im zweiten Teil dieses Romans ihren Kinderwunsch per Samenspende erfüllen. Die Abwehr ihrer Lektorin ist nur eine von vielen Reaktionen auf Natsukos Vorhaben. Dass der zweite Teil das Thema Familiengründung von möglichst vielen Seiten betrachten will, lässt ihn streckenweise etwas konstruiert wirken – ganz im Gegensatz zum ersten Teil, der aus einem Guss ist. Dennoch wirft „Brüste und Eier“ wichtige Fragen auf: „Was wünscht man sich eigentlich, wenn man von ‚Kinderwunsch‘ spricht?“ Oder: „Wer hat etwas davon? Auf was wettet man?“ Eine beeindruckende, berührende Studie über das Autorinnendasein, über einen Kinderwunsch, über unsere Vorstellungen von Familie.

Gedichtbände

Sylvia Plath (1974): Ariel. Gedichte. Suhrkamp.
Gedichtband u. a. über Elternschaft. Als Persönlichkeit und Dichterin beispiellos, in der scheiternden Geschichte ihrer Ehe und Mutterschaft leider beispielhaft, wurde Sylvia Plath nach ihrem frühen Tod zur Ikone der zweiten Frauenbewegung. In „Ariel“ verarbeitet sie kunstvoll ihre Erfahrungen als Autorin und Mutter.

Kerstin Preiwuß (2016): Gespür für Licht. Gedichte. Berlin Verlag.
Gedichtband übers (Nicht-)Mutterwerden. Nach dem Jahreszyklus mit all seinen Implikationen von Werden und Vergehen strukturierte Folge von Gedichten, die sich in so schönen wie radikalen Bildern den Themen Schwangerschaft und (Fehl-)Geburt widmen. „Eine Frau vom Stamm der Frauen / sitzt auf ihrem Kind wie gepfählt. / Von nun an bin ich an die Erde genäht.“

Autobiografie & Autofiktion

Oriana Fallaci (2002): Brief an ein nie geborenes Kind. S. Fischer.
Italien, 1970er Jahre. In den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft beginnt eine Journalistin einen Brief an ihr ungeplantes, uneheliches Kind … Schon der Titel des Buches lässt dabei nicht auf ein Happy End hoffen. Und tatsächlich wird die Leserin Zeuge davon, wie Lebens- und Arbeitsbedingungen und die Diskriminierung durch Mitmenschen es schaffen, die „gute Hoffnung“, die trotz aller Zweifel aufkeimende Freude über das Kind, die sich entwickelnde Beziehung zu ihm zu zerstören. Der physische Verlust erscheint der Protagonistin schließlich als Scheitern, Schuld, ja Tötung. Ein Buch voller Facetten, ein trauriges Buch. Die große, kluge Schwester von Ariel Levys „Thanksgiving in Mongolia“ (Edit 67).

Marie Darrieussecq (2004): Das Baby. Hanser.
„Das Glück zu schreiben, das Glück, beim Baby zu sein: Glücksformen, die einander nicht entgegenstehen. […] Glücksformen, die sich nicht gegenseitig auffressen, sondern voneinander zehren. Das Schreiben gedeiht hier, zusammen mit dem Baby, und das Baby hat etwas vom Schreiben, weil dieses Heft seine Mutter glücklich macht.“ Staunend schaut Marie Darrieussecq ihrem Sohn beim In-die-Welt-finden und sich selbst beim Muttersein zu, hält die großen und kleinen Veränderungen, Gewinne und Verluste fest. Berührend und klug.

Maggie Nelson (2017): Die Argonauten. Hanser Berlin.
„Bei diesem [Buch] hier schätze ich, dass neun Zehntel der Wörter im ‚freien‘ Zustand geschrieben wurden, das verbleibende Zehntel, während ich an eine Brustpumpe von Krankenhausausmaßen angeschlossen war: Wörter strömten in die eine Maschine, Milch in die andere.“ Und ist das nun gut für dieses Buch oder schlecht? Es ist eine Eigenschaft von Nelsons Prosa, dass sie die Fragen nur stellt und nicht beantwortet. Maggie Nelson erzählt von der Beziehung zu ihrem intersexuellen Lebenspartner Harry Dodge, von ihrer Schwangerschaft und der Geburt und den ersten Lebensmonaten des gemeinsamen Kindes. Persönlicher Bericht, literarische Selbstvergewisserung, kritische Befragung unseres Verständnisses von Familie – ein langer Essay mit vielen Verweisen auf die Themen Liebe, Kindsein, Elternschaft in Literatur und Kunst.

Antonia Baum (2018): Stillleben. Piper.
Autobiografischer Bericht über Schwangerschaft, Geburt, das erste Jahr mit dem Kind und die verzweifelten Versuche, in dieser Zeit Autorin zu bleiben. Analytisch, präzise, ehrlich. Aus dem Klappentext: „Das Problem ist nicht das Kind. Das Problem liegt in dem Versuch, das Kind mit den Ideen, Erfordernissen und Sachzwängen eines modernen Erwachsenenlebens zusammenzubringen, das für Männer gemacht ist.“

Sheila Heti (2019): Mutterschaft. Rowohlt.
Autofiktionaler, provokanter, verspielter Roman über die Entscheidung für oder gegen ein Kind. Die Erzählerin wirft unzählige Münzen, spricht mit einer Wahrsagerin, besucht eine Fruchtbarkeitsklinik und reflektiert dabei immer, ob und wie Kinder und Kunst zusammenpassen.

Marguerite Andersen (2020): Ich, eine schlechte Mutter. Bekenntnisse. Secession.
„Schritt für Schritt rücke ich im geordneten Labyrinth der Haushaltspflichten vor, die ich zu erfüllen habe. / Morgen ist eine Kopie von gestern.“ Marguerite Andersen ist Ende 80, als sie sich der Frage stellt, ob sie die Mutterrolle ausfüllen konnte. Es geht ihr dabei aber nicht nur um die Kleinkindzeit, die sie nicht genießen konnte. Vor allem klagt sie sich aufgrund der Tatsache an, dass sie ihre zwei Söhne mehrmals zurückließ: Weil sie in Deutschland studieren wollte, blieb der kleine Sohn beim gewalttätigen Vater in Algerien. Später ließ sie den großen Sohn allein in Kanada, um gemeinsam mit ihrem neuen Mann an der Universität von Addis Abeba zu unterrichten. Ein eindrückliches Dokument über die Zerrissenheit zwischen dem (weiblichen) Anspruch an die Fürsorge und der Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben; eine Anklage an die Gesellschaft, die beides zusammen auch heute noch nicht denken kann.

Sammelbände, Sachbücher & Monografien

Annika Mecklenbrauck/Lukas Böckmann (2013, Hg.): The Mamas and the Papas. Reproduktion, Pop und widerspenstige Verhältnisse. Ventil Verlag.
Sammelband über die Widersprüche des sogenannten Spätkapitalismus, in denen man heute seine Kinder großzieht. Mischung aus schnoddrig-subjektiven und wissenschaftlichen Beiträgen, darunter Empfehlungen für alternative Kinderbücher und -lieder sowie ein ausführliches Interview mit Almut Klotz und Frank Spilker über das Dasein als Eltern und freie Musiker*innen. Frank Spilker: „Den Preis, den man für eine Sicherheit zahlt, ist auch nicht unerheblich.“

Maya Dolderer u.a. (2016, Hg.): O Mother, where art thou? (Queer-)feministische Perspektiven auf Mutterschaft und Mütterlichkeit. Verlag Westfälisches Dampfboot.
Sammelband zu Mutterschaft/Elternschaft und feministischer Theorie. Der Band enthält wissenschaftliche Beiträge, Erfahrungsberichte und Interviews u. a. zum schwierigen Verhältnis von Feminismus und Mutterschaft, zur gesellschaftlichen Be-/Abwertung von Fürsorgearbeit, zur „Normverletzung Kinderlosigkeit“. Geballtes theoretisches und geschichtliches Hintergrundwissen zu den Bedingungen, unter denen man hier und jetzt Kinder aufzieht.

Carolin Callies/Andreas Heidtmann (2018, Hg.): poetin nr. 25. Autorschaft und Elternschaft. Poetenladen Verlag. 🔗
Literaturzeitschrift mit Schwerpunktausgabe zum Thema. In ihrer Vielfalt einzigartige Sammlung von Essays, Interviews, Prosa und Lyrik zu Autor*innenschaft und Elternschaft. Texte von Isabelle Lehn, Max Wallenhorst, Mithu M. Sanyal u. v. a.

Svenja Flaßpöhler/Florian Werner (2019): Zur Welt kommen. Elternschaft als philosophisches Abenteuer. Karl Blessing Verlag.
Eine alltagsphilosophische Schrift übers Elternwerden. Die Philosophin Svenja Flaßpöhler und der Literaturwissenschaftler Florian Werner reflektieren im Wechsel über ihre gemeinsame Elternschaft. Es geht darum, dass Denker/Philosophen (Autoren?) traditionell kinderlos gedacht werden, es geht um schwangere Körper, es geht darum, wie berufliche Strukturen die Arbeitsteilung in der Familie prägen (freiberuflicher Vater ist im Babyjahr präsenter als festangestellte Mutter). Eine zentrale postpoststrukturalistsche These des Buches: Kinder seien aus biologischen Gründen stärker an die Mutter gebunden als an den Vater, unabhängig von der Betreuungsintensität. Das Plädoyer für die Existenz vordiskursiver biologischer Tatsachen wird dezent durch die rosa-hellblaue Umschlaggestaltung unterstrichen. Nun ja. Das Buch ist dennoch sehr lesenswert – denn es greift viele relevante Themen auf humorvolle Weise auf. Mehrmals beim Lesen herzhaft gelacht, u.a. über den Kosenamen „Raupentigerentchen“.

Jagoda Marinić (2019): Sheroes. Neue Held*innen braucht das Land. S. Fischer Verlag.
Streitschrift zur #MeToo-Debatte (und darüber hinaus). Anknüpfend an die #MeToo-Debatte entwirft Marinić Visionen für ein besseres zukünftiges Zusammenleben der Geschlechter und Generationen. Der Weg müsse weiterhin über das mutige Erzählen persönlicher Geschichten gehen. Die Autorin plädiert u. a. für mehr Freiräume vom Muttersein, mehr Freiräume fürs Vatersein.

Almut Schnerring und Sascha Verlan (2020): Equal Care. Über Fürsorge und Gesellschaft. Verbrecher Verlag.
Sachbuch über Fürsorgearbeit. Kinder zu haben heißt für Menschen zu sorgen. In diesem Buch wird das Thema Fürsorge/Care in seinen gesellschaftlichen Zusammenhängen beleuchtet. Zitat aus dem Klappentext: „Wie kommt es, dass sich allen Erfolgen der Gleichstellungsbewegung zum Trotz im Sorgebereich so wenig verändert hat?“

Ilka Piepgras (2020, Hg.): Schreibtisch mit Aussicht. Schriftstellerinnen über ihr Schreiben. Kein & Aber.
Sammelband mit Texten von vierundzwanzig Autorinnen, von denen manche etwas geniehaft daherraunen, die meisten jedoch ehrlich, uneitel und oft auch berührend von ihrer täglichen Arbeit berichten. Vom Schreiballtag mit Kindern erzählen insbesondere Antonia Baum, Katharina Hagena, Leïla Slimani und Anne Tyler – allein diese vier Texte machen den Band äußerst lesenswert.