Same Work But Different: Sebastian Schmidt

Hatte deine Vaterschaft einen inhaltlichen Einfluss auf dein Buch? Welchen?

Sebastian Schmidt: Sascha, der Protagonist meines Romans, lebt in einer ähnlichen familiären Situation wie ich. Er hat ebenso drei Kinder, die ein ähnliches Alter haben. Saschas Verhalten gegenüber seinen Kindern ähnelt in vielen Fällen dem, wie ich reagieren und als Vater meinen Kindern begegnen würde. Die Konfliktsituationen, die in dem Roman vorkommen, sind aber hauptsächlich fiktiv, und so habe ich mich neben den realen Auseinandersetzungen im familiären Alltag auch mit imaginären Problemen und deren Lösung beschäftigt. Aber es fehlen leider nach wie vor (positive) Vaterfiguren in der Literatur, die als Vorbild dienen könnten, was ich als problematisch erachte. Es fehlt damit eine Grundlage, an der man sich auch literarisch abarbeiten könnte.

Hast du das Erscheinen des Buches gefeiert? Wenn ja, wie?

Sebastian Schmidt: Den tatsächlichen Tag der Veröffentlichung habe ich gar nicht mehr richtig gefeiert. Auf dem Weg zum Buch gab es so viele wichtige Stationen: Verlagsfindung, Druckfahnen, erste Resonanzen, Belegexemplare etc. Irgendwann kann man auch Freunden und Familie nicht mehr erklären, weshalb man sich so oft hintereinander über einen einzigen Gegenstand zum Feiern veranlasst sieht.

Was hast du gerade gemacht, als das Paket mit den Belegen eintraf?

Sebastian Schmidt: Als wir aus dem Sommerurlaub zurückkamen, stand das Paket mit den Belegexemplaren im Hausflur. Ich wusste nur ungefähr, wann sie eintreffen würden, und habe erst das Gepäck in die Wohnung geschleppt und eine Waschmaschine angestellt, bevor ich das Paket geöffnet habe.

Wenn dich vor der Kita oder vor der Schule ein anderes Elternteil fragt, worum es in deinem neuen Buch geht – wie würdest du es beschreiben?

Sebastian Schmidt: Meine Tochter erzählt so ziemlich alles, was zu Hause geschieht, in der Kita. Irgendwann sprach mich eine der Erzieherinnen an, ob es stimme, dass ich ein Buch geschrieben hätte, und ob E. es mitbringen und in der Kita zeigen dürfe. Sie wollte auch wissen, worum es ginge. Da aber zeitgleich die Übergabe meiner Tochter stattfand, habe ich es mit „über soziale Ungleichheit und einen Androiden“ zusammenzufassen versucht.

Welches Stipendium würdest du auch mit Kind nicht ablehnen?

Sebastian Schmidt: Momentan blicke ich ein bisschen neidisch auf Stipendiat*innen im entfernten Ausland. Außerdem würde ich gerne mal nach Brünn, wohne aber im falschen Bundesland für einen Austausch.

 

Sebastian Schmidts Debütroman Powerschaum erschien Ende September 2025 bei Wunderhorn.