Zwei Wochen …

… zu Hause verbringen, das heisst: es ist vieles gar nicht so anders als sonst.
(Beiseitegelassen der Fakt, dass zig Lesungen zu meinem zweiten Roman, der eben erschien, abgesagt wurden).
Da ist der grosse Garten, der bearbeiten werden soll, da ist der Wald in der Nähe, da sind die Kinder, die es zu baden, begleiten, bekochen gilt.
Zwei Wochen nicht im Atelier, sondern im Büro in der Wohnung zu schreiben versuchen.
Zwei Wochen das Ineinandergleiten von Stimmen, Gedanken, Ideen.
Zwei Wochen in einer grossen Blase, die Grenzen sind schwammig, der Text verwischt.
Nach zwei Wochen dann:
Die Sonne scheint, ab aufs Fahrrad, über die Gleise, an den Feldern vorbei, links die Industriegebäude; ich passiere einen Bauernhof, eine Druckerei, einen Bahnhof, fahre übers Viadukt rein in die Stadt.
Gute Nachrichten: Das Atelier ist geöffnet!
Ich schliesse die Tür auf, trete ein, alles befindet sich am gewohnten Platz.
Schreiben.
(Und mich freuen auf die Lesungen, die kommen werden, später, aber sicher).

Wie läuft das …

… jetzt eigentlich bei dir mit dem Schreiben?, fragte eine Freundin, selbst Schriftstellerin, als mein erstes Kind ein halbes Jahr alt war; eine Frage, die schon damals und auch jetzt immer wieder durch meinen Kopf flattert.
Das klappt ziemlich gut, denke ich an manchen Tagen.
Es ist echt scheisse, finde ich an anderen.
Fakt ist: Täglich könnte ich zig Antworten jeglicher Art geben. Aber so ausführlich war meine Antwort nicht, damals, als mein Kind halbjährig war und seine Betreuung neben Schreiben und Geldverdienen sehr viel Platz in meinem Alltag eingenommen hatte.
Also sagte ich: „Funktioniert super!“
Meine Freundin blieb skeptisch, denn alle ihre (weiblichen) literarischen Vorbilder hätten keine Kinder, führte sie aus.
Ja, die gibt es: schreibende Frauen (und Männer!) ohne Kinder, und ich verstehe das.
Und es gibt auch die: schreibende Frauen (und Männer!) mit Kindern! Und ich möchte sie hören! Will wissen, wie sie das machen, das Zeit-Finden, das Raum-Finden, das Wörter-Drehen-Und-Wenden! Ich will, dass gewisse Fragen nicht nur Frauen, sondern auch Männern gestellt werden; will, dass die Dinge immer mehr miteinander gedacht werden, das Eltern-Sein und Künstlerin-Sein und Noch-So-Viel-Mehr-Sein. Ein grosses Thema! Ein Riesenblumenstrauss! Mit Zündschnur!
Wir müssen uns zusammentun und darüber reden.
Gut, dass es diesen Blog gibt.

(Heute hat die Freundin übrigens selbst ein Kind. Ich weiss nicht so genau, wie es bei ihr läuft mit dem Schreiben, wir haben seit Jahren keinen Kontakt. Aber da wir nun beide in diesem Blog schreiben, wird sich sicherlich bald ein Gespräch ergeben.)